PATIENTENINFO SCHILDDRÜSE
Die
Schilddrüse ist eine endokrine Drüse, die im Hals knapp unterhalb
des Kehlkopfs vor der Luftröhre liegt. Sie produziert die beiden
Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) und steuert
deren Abgabe ins Blut.
Spezialordination
Schilddrüse Wien
1)
Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion:
Die
Schilddrüsenhormone beeinflussen zahlreiche Stoffwechselvorgänge.
Wenn eine zu große Menge an Schilddrüsenhormonen ins Blut abgegeben
wird, liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor, ein
zu niedriger Schilddrüsenhormonspiegel wird als Unterfunktion (Hypothyreose)
bezeichnet. Vereinfacht gesagt läuft bei einer Schilddrüsenüberfunktion
der Stoffwechsel „auf Hochtouren“, man ist sehr aktiv, nervös, hitzeempfindlich,
nimmt Gewicht ab, hat einen schnelleren Herzschlag als gewöhnlich,
schwitzt und fühlt sich zunehmend unwohl. Bei der Unterfunktion
findet sich ein gegenteiliges Bild: Man ist träge, müde, kälteempfindlich,
nimmt Gewicht zu und kann eine teigige Haut bekommen. Sowohl eine
Überfunktion als auch eine Unterfunktion schädigen den Körper und
müssen meist behandelt werden. Über- und Unterfunktion werden durch
eine Blutabnahme festgestellt. Es ist wichtig zu wissen, dass die
oben beschriebenen Symptome auch durch zahlreiche andere Krankheiten,
bei denen die Schilddrüse nicht beteiligt ist hervorgerufen werden
können. Nicht jede Müdigkeit kann zum Beispiel auf die Schilddrüse
zurückgeführt werden.
Wird
eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion im Blut festgestellt,
sollten die verschiedensten Schilddrüsenerkrankungen, die eine Über-
oder Unterfunktion hervorrufen können, im Rahmen einer vollständigen
Untersuchung der Schilddrüse abgeklärt werden.
Wichtig:
Am Tag der Blutabnahme sollten Sie morgens keine Schilddrüsenhormontabletten
einnehmen, da dies die Blutwerte verfälschen kann.
2)
Kropf:
Eine
vergrößerte Schilddrüse wird als Kropf (Struma) bezeichnet. Ein
Kropf kann mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder manchmal auch
mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergehen. Oft sind die Schilddrüsenblutwerte
bei Patienten mit vergrößerter Schilddrüse aber normal. Verschiedene
Schilddrüsenerkrankungen können einen Kropf verursachen.
3)
Schilddrüsenknoten:
In
einer vergrößerten (oder manchmal auch in einer normal großen) Schilddrüse
können sich Knoten bilden. Diese sind meist harmlos, sollten jedoch
regelmäßig im Ultraschall kontrolliert werden. Mit Hilfe einer Szintigraphie
können Schilddrüsenknoten weiter charakterisiert werden:
Manche
Knoten produzieren eigenständig Schilddüsenhormone (Autonomie),
was zu einer Überfunktion führt. Diese sogenannten „heißen“ Knoten
müssen meist behandelt werden.
Manche
Knoten bestehen aus nicht funktionierendem Schilddrüsengewebe. Diese
werden als „kalte“ Knoten bezeichnet und können bösartig werden.
Patienten mit „kalten“ Knoten haben in der Regel normale Schilddrüsenblutwerte.
4)
Schilddrüsenkrebs:
In
seltenen Fällen kann ein Schilddrüsenknoten auch bösartige Krebszellen
enthalten, auch aus diesem Grund sollte jeder Schilddrüsenknoten
abgeklärt werden. Auch beim Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
finden sich in der Regel normale Schilddrüsenblutwerte.
5)
Chronische Immunthyroiditis Hashimoto:
Es
handelt sich bei dieser Erkrankung um eine sogenannte Autoimmunerkrankung.
Das Immunsystem produziert "irrtümlich" Antikörper gegen
Schilddrüsenzellstrukturen, die zu einer chronischen Entzündung
der Schilddrüse führen. Die Erkrankung ist schmerzlos, führt aber
meist zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die behandelt
werden muß. In vielen Fällen muß lebenslang Schilddrüsenhormon eingenommen
werden.
6)
Morbus Basedow:
Auch
der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es aber
zu einer Schilddüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt. Bei dieser
Erkrankung können sich die vom körpereigenen Immunsystem "irrtümlich"
produzierten Antikörper nicht nur gegen die Schilddrüse richten,
sondern auch andere Organe (in erster Linie die Augen) mitbeteiligt
sein.
7)
Methoden zur Untersuchung der Schilddrüse:
o
Ärztliches Gespräch
o
Abtasten des Halses
o
Blutuntersuchung
o
Ultraschall (Sonographie)
o
Szintigraphie (es wird eine radioaktive Substanz in die Vene gespritzt,
die sich in der Schilddrüse anreichert. Anschließend wird mit einer
Gammakamera die Verteilung dieser Substanz dargestellt.
So können zum Beispiel „heiße“ und „kalte“ Knoten von Knoten
mit normal funktionierendem Schilddrüsengewebe unterschieden werden)
o
Feinnadelpunktion (es wird eine dünne Nadel durch die Haut in die
Schilddrüse vorgeschoben, etwas Gewebe entnommen und unter dem Mikroskop
beurteilt)
o
Weitere Zusatzuntersuchungen
Es
ist sinnvoll alle Untersuchungen durch ein- und denselben Arzt durchführen
zu lassen, zum Beispiel durch einen Nuklearmediziner.
8)
Steuerung der Schilddrüsenhormone durch das TSH:
Die
Freisetzung der Schilddrüsenhormone unterliegt einem speziellen
Regelkreis: Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) im Gehirn produziert
das TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon), das die Freisetzung von
T3 und T4 aus der Schilddrüse bewirkt.
Umgekehrt
hemmen zu hohe Spiegel an Schilddrüsenhormonen die Freisetzung von
TSH.
Bei
einer Schilddrüsenüberfunktion ist das TSH daher vermindert, bei
einer Schilddrüsenunterfunktion ist das TSH erhöht.
9)
Latente und manifeste Über- und Unterfunktion:
Die
manifeste Überfunktion liegt bei folgender Konstellation vor: Schilddrüsenhormone
erhöht, TSH erniedrigt. Wenn die Schilddrüsenwerte noch normal sind
und nur das (empfindlichere TSH) erniedrigt ist, dann liegt eine
sogenannte latente Überfunktion vor.
Umgekehrt
wird die Befundkonstellation Schilddrüsenhormone erniedrigt, TSH
erhöht als manifeste Unterfunktion bezeichnet; wenn die Schilddrüsenhormone
noch normal sind und nur das TSH erhöht ist, dann spricht man von
einer latenten Unterfunktion.
Es
muss ausdrücklich daraufhingewiesen werden, dass auch andere Konstellationen
möglich sind und verschiedene Fehler bei der Schilddrüsenhormonuntersuchung
auftreten können, die man bei der Beurteilung der Befunde kennen
muss. Die Interpretation der Befunde muss daher durch einen Arzt
erfolgen.
LINKS
FÜR PATIENTEN:
Wichtiger
rechtlicher Hinweis
ÖSTERREICH
Österreichisches
Schilddrüsenforum
In
diesem überregionalen Internet-Diskussionsforum können Schilddrüsenpatienten
diskutieren und Erfahrungen über ihre Erkrankung austauschen. Seit
kurzem im Netz!
Schilddrüseninformationen
online
Die
Patientenbroschüren der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin
im Internet.
Selbsthilfegruppe
Schilddrüsenkarzinom
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der österreichweiten Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkarzinom.
Universitätsklinik
für Nuklearmedizin Wien
Homepage
der größten nuklearmedizinischen Einrichtung in Österreich mit Schilddrüsenambulanz,
Schilddrüsenkarzinomambulanz und Bettenstation zur Radiojodtherapie.
Schilddruesentherapie.at
Die
Infoseite zum Thema Schilddrüse der Firma Merck, Wien
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Schilddrüsenpraxen in Österreich:
Univ.
Doz. Dr. Georg Zettinig, Wien
Die
Schilddrüsenpraxis Josefstadt ist vor kurzem übersiedelt.
Dr. Wolfgang Buchinger, Graz
Dr.
Sigrid Ramschak - Schwarzer, Graz
INTERNATIONAL
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Basedow Forum
Die
von Prof. Heufelder betreute Seite informiert vor allem über den
Morbus Basedow
Hashimoto
Thyroiditis
Das
Pendant über die Autoimmunthyroiditis
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Umfassende
Homepage der Praxis Prof. Pfannenstiel / Prof. Hotze
Schilddrüse-und-mehr
Deutsches
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Interessantes
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Dr.
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und Feinnadelpunktion (in Englisch).
SELBSTHILFEGRUPPEN
UND DISKUSSIONSFOREN:
Selbsthilfegruppe
Schilddrüsenkarzinom
Webseite
der österreichweiten Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkarzinom.
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